Vor 20 Jahren0 Kommentare

Publiziert am 09.11.2009 um 22:14
Marathon in Berlin

Marathon in Berlin

Vor 20 Jahren ist die Mauer gefallen . Genau am 9. November 1989. Als Roland Winkler aus Ostberlin, vor genau 21 Jahren seinen ersten Berlin-Marathon – den letzten durch die unvereinigte Stadt- mitlief, legte er den Grundstein für eine bis heute währende, gesamtdeutsche Läufertradition.

Wie ein Ostberliner seiner Tante das Laufen verdankte.

Im Spätsommer 1988 bekam der Ost-Berliner die Erlaubnis seine Tante in Nürnberg zu besuchen. Ihr Geburtstag lag genau richtig. Ende September , kurz vor dem Berlin-Marathon, an dem Winkler im Anschluss an die Geburtstagsfeier teilnahm. Seine Tante wusste natürlich davon. Sie freute sich trotzdem über die Glückwünsche ihres Neffen, den sie lange nicht gesehen hatte.

Auf dem Rückweg nach Berlin stieg er nicht an der Friedrichsstrasse aus sondern erst am Bahnhof Zoo. Natürlich durfte er als DDR – Läufer nicht an den Start gehen. Er tat es trotzdem und drängelte sich in die erste Reihe und riss beim Startschuss die Arme in die Luft. Die Fotografen schossen ein Foto nach dem anderen und Winkler kam auf die Titelseite einer Laufzeitschrift. Der Start in West-Berlin und das Passieren der Siegessäule, die vielen tausend Läufer in ihrer bunten Kleidung lassen Winklers Herz heute ,62 Jahre alt immer noch höher schlagen.

Wer konnte es auch schon ahnen, dass er im September 1990 durch das wiedervereinigte Berlin laufen würde, von West nach Ost und zurück. Winkler ist seit seiner Jugend begeisterter Läufer und Triathlet. Er tat sich gemeinsam mit Marathonbegeisterten zusammen und setzte sich dafür ein , dass die Strecke durch beide Stadtteile führte- auch durch das Brandenburger Tor.

Es ist jetzt 2009 der 20. Berlin-Marathon, der diesen Namen wirklich verdient. Wäre die Geschichte von Winkler nicht so gelaufen, müsste er heute noch warten, als Rentner nach West-Berlin zu dürfen.

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