Landärzte und Studienplatz-Quote0 Kommentare

Publiziert am 07.04.2010 um 14:50

Die Vorschläge von unserem Gesundheitsminister, Philipp Rösler, über eine bevorzugte Studienplatzvergabe Ärzte in ländliche Gebiete zu locken, bleiben umstritten. So sollen Medizinstudenten schneller einen Studienplatz erhalten, wenn sie danach für einige Jahre eine Stelle auf dem Land antreten. Wenn man beispielsweise durch Brandenburg oder Meck-Pom fährt, dann sieht man viele schön hergerichtete Dörfer und tolle Straßen, aber kaum Menschen. Die Jungend wandert ab, vor allem intelligente Frauen hält es nicht lange in den Dörfern. Es gibt kaum Arbeit, kulturelle Angebote, von Cafés ganz zu schweigen. Welcher junge Arzt will auf so einem Dorf seine Tätigkeit verrichten, die oft schlecht bezahlt ist und kaum Abwechslung bietet? Selbst meine Verwandten fahren bei ernsten Angelegenheiten nach Berlin in ein großes Krankhaus mit entsprechenden Spezialisten. Diese Spezialisten wird man kaum in der Provinz finden. Sicher leisten die noch vorhandenen Landärzte gute Arbeit, aber ein Spezialist wird es immer in eine große Stadt in ein namhaftes Krankhaus ziehen. So ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Praxen schließen. In wenigen Jahren könnte die medizinische Versorgung auf dem Land ein echtes Problem werden. Krank werden sollte man dann besser nicht mehr. Vor allem können die wenigen noch vorhandenen Ärzte sicher helfen, aber bei ernsten Krankheiten kommt an meinem Körper kein Landarzt. Ich würde immer in die Stadt fahren. Die Ärzte hier haben einfach die größere Erfahrung, können sich austauschen und verfügen oft über moderne medizinische Geräte.

Ob man Landärzte mit einem höheren Einkommen locken kann, bleibt ebenso fraglich wie die schnellere Studienplatzvergabe. Vielleicht könnten Ärzte aus dem Ausland diese Lücke füllen. Die Kollegen arbeiten gern in Deutschland für wenig Geld. Im Internet gibt es ja schon Portale, die sich auf die Vermittlung von ausländischen Arbeitskräften spezialisiert haben.

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