Die Zahl der Menschen, die sich mit dem gefährlichen EHEC-Erreger infiziert haben, wächst stetig. Trotzdem warnt der Vizepräsident der Bundesärztekammer davor, in Panik zu verfallen. Er nennt die Lage beherrschbar und ruft die Deutschen dazu auf, mit einigen Vorsichtsmaßnahmen selbst dafür zu sorgen, die Ansteckungsgefahr zu minimieren.
Der EHEC-Keim ist Forschern und Medizinern nicht fremd. Jährlich erkranken im Durschnitt 800 bis 1200 Menschen in Deutschland daran. Was neu ist, ist die Aggressivität des Erregers, der sich mit gängigen Medikamenten kaum in Schach halten lässt.
Trotzdem, Panik sei unangebracht, so Frank-Ulrich Montgomery, Vizepräsident der Bundesärztekammer. Er empfiehlt jedem, sich an die Vorgaben des Robert Koch Instituts zu halten. Regelmäßiges Händewaschen und der strenge Verzicht auf rohes Gemüse, wie Gurken, Tomaten und Salat sollen seiner Ansicht nach ausreichen, sich vor dem Keim zu schützen.
Die Quelle ist nach wie vor nicht eindeutig identifiziert. Zwar hat man auf spanischen Salatgurken den Erreger nachgewiesen, es kann aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden, dass es noch andere Quellen gibt. Bislang haben sich ca. 1200 Menschen mit dem Darmkeim infiziert. Zehn Erkrankte sind an den Folgen bereits gestorben, mehr als 30 werden derzeit auf Intensivstationen behandelt. Einig ist man sich, dass das noch nicht der Höhepunkt der Erkrankungswelle ist.
Auffällig ist nach wie vor, dass sich die Fälle auf den norddeutschen Raum konzentrieren, während in anderen Bundesländern nur vereinzelt Erkrankungen oder Verdachtsfälle gemeldet werden.
Derzeit kommt überwiegend ein neues Medikament mit dem Wirkstoff Eculizumab zum Einsatz, mit dem man im letzten Jahr erfolgreich einige Fälle von Hus-Erkrankungen behandelt hat.

